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begannen nun ihren Zweikampf mit mächtigen Hieben und es dauerte nicht lange, so fiel Hiorward todt zur Erde nieder. Als dies aber die Andern sahen, stellten sie sich ungeberdig und nagten an ihren Schildrändern und Schaum ergoss sich aus ihrem Munde. Da stand Herward auf und griff Odd an und es ging wie vorher, dass er todt zur Erde fiel. Bei diesem Umstand tobte die Wuth in den Berserkern, sie streckten die Zunge heraus und knirschten mit den Zähnen und wie das Gebrüll der Opferthiere schallte es in ihrem Bauche. Nun trat Sêming vor; er war der stärkste der Zwölf nach Angentyr und griff den Odd so mächtig an, dass er sich seiner genug zu erwehren hatte; und sie kämpften so lange, dass keiner sehen konnte wer siegen würde; sie hieben alle ihre Waffen in Stücke aber den Odd schützte sein Waffenhemd so, dass es ihm Nichts schadete; Sêming aber empfing Wunden und ergab sich nicht eher, als bis all sein Fleisch von den Knochen gehauen war, und Odd keine unblutige Stelle an ihm sah; und erst als alle sein Blut aus den Adern geronnen war, fiel der Tapfere um und war todt. Darauf stand Einer nach dem andern auf und es endete so, dass Odd sie Alle fällte; er war da sehr müde, aber nicht verwundet.

Darauf begab er sich dahin, wo Angentyr und Hialmar gekämpft hatten; Angentyr war gefallen, aber Hialmar sass auf einem Hügel und war bleich wie der Tod: da ging Odd zu ihm und sprach:

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Was ist dir Hialmar? Die Farbe verändert,

Müd' bist du, sag' ich, von mancher Wunde;
Zerhauen der Helm, Zerrissen die Brünne,

Nun ist dein Leben zu Ende gegangen."

Hialmar sprach:

Wunden hab sechs ich, zerrissen die Brünne,
Schwarz mir's vor Augen, den Weg sch' ich nicht;
Es haftet im Herzen der herrliche Tyrfing
Der grimme Blutmaler, gehärtet in Gift.

Zusammen besass ich der Höfe fünf;
Aber beherrschen sollt' ich sie nie;

Nun muss ich liegen des Lebens entblösst

Vom Hiebe des Schwertes auf der Insel Sâms.

In der Halle trinken die Männer den Meth

Die Heldenmänner in Vaters Haus;

Müde macht manche Männer das Bier;

Mich des Schwertes Schärf' auf dem Eiland dahier.“

Vor des Weissen Weibes Umarmung ich flog
Zum Kampf im äussersten Tynaodt;

Wahrlich sehr Weise war, was sie mir sagte,
Dass nie ich würde nach Hause kehren."

Nimm mir von Händen den rothen Ring,
Bring' ihn der jungen Ingibiörg;

Weh' wird ihr werden der Mannelosen
Dass nie ich komme nach Upsala hin.“

Von der lieblichen Jungfrau Liedern ich flog,
Leicht den Liebesscherz lassend, zum Ost;
Fahrten ersann ich und fuhr mit den Mannen
Fern von der Holden, die kurz ich geliebt.“

Ein Rab' fliegt nach Osten vom ragenden Baum,
Mit ihm zugleich fliegt ein Adler ihm nach;

Gegeben bin ich dem Adler zur Speise,

In meinem Blut wird satt er sich schwelgen."

Darauf starb er. Odd blieb die Nacht daselbst; am Morgen aber trug er alle Berserker zusammen und machte einen Grabhügel; und die Inselbewohner brachten nach dem Befehl Odd's grosse Maulthiere zusammen und bedeckten den Hügel mit Steinen und Sand und es war das eine grosse Arbeit und schwer gethan; Odd blieb bei dieser Arbeit einen halben Monat: darauf legte er die Berserker mit ihren Waffen hinein und barg sie unter dem Grabhügel. Darauf nahm er den Hialmar und trug ihn in's Schiff und brachte ihn heim nach Swithiod und sagte dem König und seiner Tochter diese Botschaft; sie aber ergriff der Fall Hialmar's so, dass ihr das Herz vor Harm sprang und sie ward mit Hialmar in ein Grab gelegt und ward ihnen ein grosser Todtentrunk gehalten.

For Herrarar til Tyrfings at haugi födur sins Angantyrs.

Fahrt Herrörs nach dem Tyrfing zum Grabe ihres Vaters

Angentyr.

Angentyr aber hatte eine Tochter Namens Herrör hinterlassen, die war ein kühnes Mädchen und zog in den Männerstreit und fuhr allein in die Fremde und zog Männerwaffen und Kleidung an und verkehrte mit den Wikingern; und sie gewann eine Schaar derselben und ward ihre Anführerin. Sie machte nun weite Heerfahrten in den Landen und kam endlich auch nach Sâmsey. Als aber die Wikinger gelandet waren, bat sie Herrör, die Insel aufwärts zu fahren und sagte, dass dort Schätze in dem Grabhügel seien. Alle Wikinger sprachen dagegen und sagten, dass so gräuliche Gespenster dort Tag und Nacht umgingen, dass es dort schlimmer bei Tage sei als anderwärts bei Nacht. Nun wurde Anker geworfen und Herrör nahm ein Boot und ruderte zum Land um Sonnenuntergang; dann stieg sie an's Land und traf da einen Mann, der Heerden hütete; der sprach:

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Wer der Männer bist du zur Insel kommen?
Geh' schnell zurück zur gastlichen Heimath!"

Herrör antwortete:

,,Nicht gehen will ich zur gastlichen Heimath,
Denn Keinen kenn' ich der Inselbewohner;
Doch sag' du schnell mir, ehe wir scheiden,
Ob Hiorvard's, des Helden, Hügel, du kennst."

Er antwortete:

Fragst darnach du? Weise bist wahrlich da nicht,
Tapfrer Wikingerfürst, bist wahnwitzig du?
Flieh schnell, so weit die Füsse dich tragen,
Alles ist hier voll Nachtgespenster."

Herrör sprach:

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,Nicht beb' ich vor nichtigen Nachtgespenstern,
Wenn rings auch in Feuer die Insel brennt;

Nicht fürcht' ich solche Spukgestalten;

Zu sprechen mit ihnen verlangt es mich!"

Er antwortete:

„Thöricht dünkt mich, wer hierher fährt,
Einsam allein in dunkler Nacht;

Feuer umleckt ihn, die Hügel sich öffnen,

Es brennt der Sumpf, flieh'n weit wir von hier!"

Darauf lief er nach Haus und sie schieden so. Nun sah Herrör dahin, wo die Hügelfeuer brannten, und ging dahin und fürchtete sich nicht, obgleich Feuer auf ihrem Weg brannte, und ging im finstern Nebel vorwärts, bis sie zu dem Hügel der Berserker kam; da ging sie zu dem grössten Hügel und fing an zu beschwören:

Wach' auf Angentyr, es wecket dich Herrör,
Dein einziges Kind von der edlen Swâfa!
Heraus aus dem Hügel das herrliche Schwert,
Das schmiedeten Zwerge dem Swafurlâmi!"

Hiorvard! Hervard! Hrani! Angentyr!
Unter Baumeswurzeln weck' ich Euch All',

Mit dem Helme, der Brünn' und dem scharfen Schwert,
Mit dem Schilde geschmückt und dem blutigen Ger!"

„Staub seid Ihr geworden, Ihr Söhne des Arngrim,
Ihr Heldenmänner, Vermehrung des Staubs!
Ist Keiner bereit der Söhne Eifuras,
Mit mir zu sprechen in Männerwog?"

Hiörvard! Hervard! Hrani! Angentyr!
Verwesen sollt ihr im Würmergrab,

Gebt das Schwert ihr nicht, das schmiedete Dwâlinn!
Nicht ziemt die theure Waffe den Todten!"

Geist Angentyrs.

„Herrör, o Tochter, was rufest du so?
Mit Zauberstäben zettelst du Uebel an!
Toll bist geworden und wahnwitzig du!
Uebelgesinnt weckst die Todten du auf!“

,,Nicht begruben mich Vater noch Freunde vorher;
Zwei besassen den Tyrfing im Leben;

Von ihnen ist einer noch Eigner der Waffe."

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Herrör.

Das lügst du, o Todter! Nicht lass Odim dich
Heil in dem Hügel für diesen Betrug!

Nicht Willens bist du, den Tyrfing zu lassen
Als Erbe von dir dem einzigen Kind!“

Geist.

„Es neiget sich Hålgrind (Todtenreich), die Hügel sich öffnen,

Rings flammet in Feuer die Insel empor,

Eil' schnell, o'Maid, zu den Schiffen davon!"

Herrör.

,,Lass rings in Feuer die Insel stehn,

Nicht bebet das Herz in dem Busen mir!

Nicht zaget der Maid der Muth in der Brust,
Steht auch in der Grabthür dein drohender Geist!"

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Einen Sohn wirst du haben, der Tyrfing wird tragen

Im Heldenmuthe vertrauend der Kraft;

Den werden Heydeek die Leute heissen,

Den kühnsten Helden unter dem Himmelszelt."

Herrör.

,,Ich zaubre Euch so, ihr todten Männer,

Dass Ruh' ihr nicht habt in trauriger Gruft,

Gibst das Schwert du nicht, Angentyr, aus dem Grab, Den Hasser der Helme, Hialmars Mörder!"

Geist,

,,Nicht dacht' ich, dass wäre so männlich dein Muth, Du junge Maid, die die Gräber besucht!

Mit gegrabnem Ger und dem Schwerte geschmückt, Mit dem Helm und der Brünn' vor der Grabesthür!“

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