Imágenes de páginas
PDF
EPUB
[ocr errors]

ganzen tag', einfach deshalb, weil wie dem nfr. so auch dem afrz. tout die bedeutung jeder' ebenso geläufig ist wie die bedeutung 'ganz'.

Das dem me. ne. every day entsprechende afrz. chascun jor findet sich z. b. Am. & Am. v. 1064 und v. 1229.

6

$ 141. Wenn wir uns nun an Orm's all þing jedes ding' erinnern, uns erinnern, dass dasselbe mit sicherheit weder aus dem AE. noch aus dem AN. abgeleitet werden konnte, so legt uns was wir soeben bei al day fanden, den gedanken nahe, auch für jenes nach einer afrz. parallele, bezw. quelle, umschau zu halten.

Und hier sind wir sogar noch glücklicher. Ein afrz. *toute chose ist mir bis jetzt allerdings nicht begegnet; dagegen fand sich das gleich bedeutende tote rien z. b. in Sor tote rien aint [nämlich li reis] sainte iglise Et cels qui funt le Deu service Et. de Foug's Livre des Manières v. 173, dasselbe (sour toute rien) in Henry de Val. 588. Der nachweis auch des *toute chose kann jedoch nur eine frage der zeit sein, wenn wir berücksichtigen einerseits die vorliebe des Afrz. für die pronominale verwendung seines chose und anderseits die thatsache, dass im Nfrz. ebenso wie heute noch toute chose im sinne von jedes ding', 'alles' ganz gebräuchlich ist.

Wenn ich somit für Orms all þing ein romanisches vorbild in vorschlag bringe, so will ich damit nicht sagen, dass Orm nur und nichts als dieses vor augen gehabt hätte, sondern lediglich, dass in seiner vorstellung der inhalt des afrz. tote rien den inhalt des ae. ealle ping derartig modifizierte, dass sein all þing daraus entstand. Der einheimische ausdruck ist, wie in so vielen anderen fällen, die form, in welche die fremde idee gegossen wurde. Dass sich dieser Vorgang schneller vollzog in einem dialekte, in welchem die flexionen früher hinfällig wurden, als in einem solchen, in dem dieselben mit grösserer zähigkeit bewahrt wurden, ist nichts, als was wir von vorn herein erwarten können.

$ 142. Doch nicht bloss in erstarrten formeln, sondern auch in freier verwendung ist dies all = jeder' anzutreffen: ich bis jetzt vergebens gesucht; & thyngis to cume he ma se, Al langage spek he cane & vndirstand al leyd of mane Barb., Legg 87, 67, Criste

me. To wasshe here fete greued hym nat; Petyr refused al þat seruyse; ryst bad hym suffre on alle wyse Meditations on Supper of our Lord 144

auf alle (jede) weise, in jeder beziehung; ein ae. on ealre wisan habe

send þam furth twa & twa In al place quhare he wes vont to ga ib. 120, 34, By me that am redy at al his heste Ch. II 358. Zweideutig (vielleicht auch plural) wie auch der erste ne. beleg ist: He atte last appoynted him anoon And let al other fro his herte goon ib. 329. ne. Or seeing me .... .. to excell all other in beautie, did

you

deeme that I would exceed all other in beastlynesse? Lyly, Euph. p. 49.

Lat all Christiane man haue refuge to the juge Kennedy (N. E. Dict.); Things without all remedy Should be without regard Merch. III 2, 11, Infirmity doth still neglect all office Lear II 4, 107, Flow'r of all hue Milt., P. L. 4, 256, For Justice all place a temple, and all season summer ibid., gainst all other voice Merch. IV 1, 356, plucked all gaze his way Cor. 13, 8, all bond and privilege of nature break ib. V 3, 25.

mod. In thee all passion becomes passionless Tennys., p. 82; Dial. of Frf.: a' body every body, Irel.: Is that generally believed? It is by a' man (W. J. K.) vgl. Wright, Engl. Dial. Dict. s. v. all.

§ 143. Fassen wir unsere ergebnisse nun nochmals kurz zusammen. Wir haben all = 'jeder' in der formel alles cunnes seit der wende des 12. jahrhunderts, in der formel all þing seit der mitte des 13. jahrhunderts und in der formel al day seit dem ende des 13. jahrhunderts. Bei der erst erwähnten formel hat die entsprechende an. formel modell gestanden und die jüngere me. form der ersteren ist geradezu ein abklatsch der letzteren. Die zu zweit erwähnte ist einesteils das ergebnis der durch flexionsschwund verursachten missdeutung einer älteren pluralischen formel, anderseits war bei ihr das afrz. tote rien das muster, nach dem das vorhandene einheimische material umgestaltet wurde, und dasselbe lässt sich im ganzen und grossen von der dritten formel sagen gegenüber dem afrz. tote jor.

Für die freie verwendung dieses all ‘jeder', d. h. für die verwendung desselben ausserhalb jener und überhaupt aller formeln, kommt gleichfalls in erster linie das Afrz. in betracht.

Als erwähnenswert ist noch zu bezeichnen, dass die formel alles cunnes vom norden, die formel al day vom süden bevorzugt wird, während all thing über das sprachgebiet gleichmässig verteilt zu sein scheint. Auch das frei verwendete all scheint in me. zeit im norden heimischer zu sein als im süden.

$ 144. Wie oben das adverb mast, so ist auch in einem falle das adverb eal der kasusausgleichung zum opfer gefallen und damit zum attributiven adjektiv geworden.

ae. 7 hi comon unwer on heom on ealne crne mergen 7 fela godra manna þær ofslogon Sax, Chron. 1050.

Das ergebnis ist dasselbe wie bei dem afrz. nfrz. tout und dem deutschen 'ganz' (in einigen dialekten: "ein ganzer kleiner mann' für ein ganz kl. m.').

$ 145. Im übrigen bietet das attributive pronomen nichts interessantes. Dass es die determinierenden und besitzanzeigenden fürwörter nur in der nachstellung duldet, ist bekannt. Höchstens wäre zu erwähnen, dass allerdings erst in später zeit und nur vorübergehend die ersteren fürwörter sich auch in der voranstellung finden in angleichung an die behandlung des gewöhnlichen adjektivs whole, dessen stellung ja anderseits gelegentlich durch die von all beeinflusst wird (whole the statt the whole, sieh Wortstellung, Anglia XVIII, p. 161).

ae. warun dine ealle gebann æðele Ps. 118, 86.

me. þer nas prince in the al worlde of so noble fame Rob. of Gl. v. 367, his al loue Pecock's Repr. 298, Ech preest, which shulde folewe thilk ensaumpling thoruz the all fulnes and likenes of it ib. 313.

$ 146. Einen anderen seltsamen gebrauch, der sich gleichfalls in Pecock's Repressor, und zwar (bis jetzt) nur in ihm gefunden hat, will ich hier nur registrieren, da ich eine befriedigende erklärung desselben nicht zu geben im stande bin.

Der gebrauch besteht darin, dass all dort erscheint, wo wir both zu sehen erwarten: the preestis and peple fillen doun kneling with alle the knees to the grounde Repr. 204, the principal preest with the queer schal falle doun to grounde ... upon alle the knees ib. 206.

Zickners vermutung (in Syntax und Stil in R. Pecock's Repressor, Diss. Greifswald, Berlin 1900, p. 38), dies alle the könnte aus ealra heora entstanden sein, ist eine keineswegs glückliche zu nennen.

$ 147. Auch den unbestimmten artikel kann das attributive all zu sich nehmen und zwar in anlehnung an each und andere pronominaladjektive (sieh Wortstellung a. a. 0. p. 164 ff.) in der zwischenstellung:

spae. wel þu myhtes faren al a dæis fare, sculdest thu neure finden man in tune sittende Sax. Chron. 1137.

me. þez in al a contray bot tueie schrewes were Judas Isc. 67, al a lond Rob. of Gl. 6837, þis sal be lastand all a day Cursor M. 22685, Iuoryn, to whom he shewed all the hole mater as ye haue herde Berners' Huon p. 163.

380

E. EINENKEL, DAS INDEFINITUM.

That thennes wold it noght in al a tyde Ch. II 185, And able for to helpen al a schire ib. 19, The fuyr of it wol lasten al a yer id. III 310, Though I hadde studied al a weke Morris' Ch. V 112 (Dream !).

§ 148. Verstärkt wird all in tautologischer weise durch die beifügung von whole: me. al the hool teching Pecock's Repr. 15.

ne.

(Fortsetzung folgt.)

HALLE AS.

E. EINENKEL.

MISTAKE OF FRENCH AND GERMAN CRITICS, AS TO THE CHAPLAINCY

OF GEOFFREY OF MONMOUTH. An extract from a letter of mine to G. F. Warner, Assistant Keeper

of the Dept. of Mss., Brit. Mus. dated 6 July 1899. ")

"Owen Jones (father of the Architect) bore the sole expense of the Myryrian Archaiology: (3 vols. 1801—7). = The two literary Editors were Edward Williams (commonly known by his Bardic name, Iolo Morganwg, i. e. Edward of Glamorgan), and William Owen (afterwards Owen Pughe). = It was in vol. II (if I memember rightly) that the Gwentian Brut (one of the Chronicles founded upon the work of Caradoc of Llancarvan) made its first appearance. It was not then furnished with an English translation: so Schulz probably never mastered it.

“But W. Owen (the Editor) used this Brut in a little rubbishy volume called Cambrian Biography (London, 1803). At p. 143 he gives a brief account of Geoffrey, saying that he became Chaplain of “Count William” son of “Count Robert”.

This is a passage quoted from the Brut, which comes immediately after some account of the Earls of Gloucester.

Schulz, a good fellow, but too apt to blunder, in the Preface to his edition of Geoffrey (p. VII), names “Count William" as the son of Robert of Normandy!

1) Durch die gütige vermittelung herrn prof. Suchier's erhalten wir obige nachträge zur biographie des Geoffrey of Monmouth von der hand des verdienstvollen verfassers des Catalogue of Romances, Harry L. D. Ward.

D. Herausgeber. Anglia. N. F. XII.

26

« AnteriorContinuar »