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léohtre ic eom micle þonne þes lytla uyrm. Mit diesem ') zeigt auch v. 2: hýrre þonne heofon übereinstimmung, vgl. XLI, 38: hýrre ic com heofone. Die verse 4 und 5 sind zu schlecht überliefert, als dass ich eine ergänzung wagen möchte! 5 a ist zudem metrisch unmöglich, wenn man nicht etwa ry in sy bessern darf: sméare ponne sealt .

GOTENBURG, 15. April 1900.

64. Zum Béowulf.

V. 719 f. ncéfre on aldordazum cér ne siððan

heardran hæle healþegnas fand. Zuletzt hat sich mit dem zweiten dieser beiden verse Trautmann in den Bonner Beiträgen zur Anglistik, heft II, s. 165 beschäftigt und er will das metrisch anstössige hæle in hwile oder mcéle ändern. Nach meiner ansicht ist hier nichts als die quantitätsbezeichnung zu bessern: wir haben einfach héle, dat. sgl. von héél omen' zu lesen. Ich fasse heardran hééle als adverbiale bestimmung, wörtlich ‘in härterem heil', d. h. 'in schlimmerer lage' und vergleiche die bekannten me. wendungen to wroper hele, to üfele hệle, iuel oder il hail, with il a hail (belege bei Mätzner, Wtb. II, 391 a), die in dem altisl. illu heilli «zum unglück’ ihre genaue entsprechung haben. Das ae. n. héél = aisl. heill, air. cél bedeutete ja ursprünglich: 'vorzeichen, vorbedeutung' (vgl. Kluges etymol. Wtb. unter heil), weiter: "glück oder unglück' – als vox media, – und wir haben den dativ hier im Béowulf offenbar in lokaler bedeutung zu verstehen. Später wurde der alte neutrale s-stamm im Englischen durch den femin. in-stamm héélo verdrängt, woher sich die me. ausdrücke erklären. Die übereinstimmung von ae. heardran hále mit aisl. illu heilli (belege bei Fritzner) spricht für das alter dieses ausdruckes und der Béowulfsprache; einen komparativ kann ich zwar sonst nicht nachweisen, wohl aber einen superlativ, nämlich heilli verstu ózum grössten unheil' in dem Eddaliede Helreið Brynhildar,

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1) V. 63 ist dort natürlich efnet[t]an zu lesen!

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F. HOLTHAUSEN, ZU ALT- U. MITTELENGL. DICHTUNGEN.

str. 4, 3. Einen beweis für den behaupteten skandinavischen ursprung unseres ae. epos möchte ich jedoch nicht in dieser interessanten übereinstimmung erblicken! Möglich wäre ja immerhin noch, und das war auch mein erster gedanke, heardran hééle als genitiv (von héélo) zu fassen und dann als gen. qualitatis zu erklären, aber ich ziehe jetzt die an erster stelle gegebene deutung vor.

GOTENBURG, den 20. April 1900.

F. HOLTHAUSEN.

JOHN CAPGRAVE UND DIE ENGLISCHE SCHRIFTSPRACHE. 1)

Schlussübersicht.

I.

(8 323) Um die entwickelung der englischen sprache wäh

S rend des 15. jahrhunderts in der südlichen hälfte des landes darzustellen, reicht das hier gesammelte material, so reichhaltig es auch scheinen mag, nicht entfernt aus. Verhältnismässig gut vertreten ist nur die Oxforder gelehrtensprache; schon weit schlechter die Chaucerschule, da viele wichtige formen im reime selten oder gar nicht vorkommen; recht dürftig die urkundensprache. Hier sind nur für London, Suffolk und Norfolk genügende belege vorhanden; der reine süden fehlt so gut wie ganz, aus dem westen liess sich nur ein (allerdings umfangreiches) schriftstück beibringen; und die so wichtigen ablautformen des starken zeitworts kommen in ihrer fast nur präsentischen ausdrucksweise so gut wie gar nicht vor. Auch stammen die urkunden der einzelnen grafschaften meist aus verschiedenen zeiten, so dass es nicht ganz leicht ist, sie untereinander zu vergleichen.

(§ 324) Doch dürfte das vorliegende material wenigstens dazu ausreichen, um für die frage nach der entstehung der schriftsprache einige gesichtspunkte zu gewinnen. Denn wir können vergleichen:

1) Fortsetzung aus band XXIII heft II s. 153–194, heft III s. 323–375, heft IV s. 427-472 und bd. XXIV heft II s. 211-263 dieser Zeitschrift. Anglia. N. F. XII.

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A. 1. Die Oxforder gelehrtensprache um 1380/90 (Wycliffe) und

um 1450/60 (Pecock); 2. die sprache des Londoners Chaucer (um 1365—1400) und

seines von ihm beeinflussten jüngeren zeitgenossen Hoccleve (um 1400—1450), der ebenfalls aus London

stammt; 3. die sprache der Londoner urkunden von 1387-1454 und 1483.

B. Die sprache der mutmasslichen vorbilder (Wycliffe, Chaucer und Londoner urkunden) mit 1. der mundart von allerhand schreibern und dichtern, die

mit ihnen in einem engeren (Lydgate, Bokenam, Capgrave zu Chaucer) oder entfernteren verhältnis standen,

aber einen anderen heimatsdialekt sprechen mussten; 2. der sprache Caxtons, der als der erste vertreter des

schriftenglischen gilt. Es werden daher folgende fragen zu beantworten sein:

A. Hat die sprache der drei vorbilder sich im 15. jahrhundert ungestört entwickelt, oder sind beeinflussungen dieser drei sprachtypen durch einander wahrscheinlich zu machen? In zweiter linie wird auf das eindringen fremder (nördlicher) elemente zu achten sein.

B. Haben die drei sprachtypen schriftstellern und schreibern aus späteren zeiten und anderen gegenden zum vorbilde gedient, und wenn ja, in welchem umfange? Sind alle dialektischen formen durch sie verdrängt worden? Besonders wird zu untersuchen sein, wie Capgrave, der sowohl unter Oxforder, wie unter Chaucers einfluss stehen musste, sich zu seinen vorbildern stellt.

C. Wie verhält sich Caxton zu den drei sprachtypen?

II.

Die drei sprachtypen. ($ 325) Um die weiterentwicklung der Oxforder gelehrtensprache zu beurteilen, wird es nötig sein, zunächst die unterschiede zwischen beiden bibelfassungen zu verzeichnen. Bereits Gasner hat s. 144 darauf aufmerksam gemacht, dass die jüngere version in ihrem lautstande einheitlicher ist als die ältere. In den meisten fällen beruht die sprachliche einheit nur darauf, dass wir es bei b mit einer handschrift zu thun haben, bei a mit drei, von denen eine noch dazu von mehrerern schreibern herrührt und verschiedene vorlagen benutzt zu haben scheint. Jedoch ist die jüngere ausgabe sichtlich bestrebt, auch dort, wo die meisten handschriften der älteren fassung doppelte oder dreifache formen besassen, sich auf eine einzige zu beschränken. So hat Ki 'whan(ne) und when(ne), K2 whanne und selten whenne, b ausnahmslos whanne (8 32, Gasner 102 f.), K1, K2 und A schreiben ? lasse und lesse, b nur lesse (S 33; Gasner 79), K1 und K2 (aus den übrigen handschriften fehlen belege) haben neben einer gebräuchlichsten form für 3õnig zwei nebenformen, b nur ony und zweimal any (8 61; Gasner 87). In Kl und K2 finden sich für das adverb "nægber usw. formen mit e, ei und (einmal) o, in b bis auf ein ei nur e ($ 87, Gasner 118). In b ist 5; für y weit einheitlicher durchgeführt als in a; 6mycel lautet in a myche(l) und oft moche, in b nur myche und je einmal mychel und moche (130; Gasner 114 ff.); a kennt neben 7.oun auch -on, b nur -oun (S 151); a schwankt zwischen slik und lich, b kennt nur lik bis auf einmaliges lich (198). Im possessivpronomen plur. hat a 'her und hir, 10 theire, there, b nur her (S 242). Das präteritum von 11 metan ist in a stark und schwach, in b nur stark ($ 260), zu 12 sēon kennt a drei pt. pl. (sien u. ä., saien, sawen), b nur die beiden ersten, das pz. lautet in a 13 seyn und seen, in b mit einer ausnahme nur seyn (S 260). Eine ganze reihe von parallelformen ist in der jüngeren fassung also beseitigt.

(8 326) b ist um einige jahre jünger als a; es ist also nicht verwunderlich, wenn es an manchen punkten einen fortgeschritteneren formenstand aufweist. Die 14 suffixe zeigen stärkeres schwanken als in a (5 149); das personalpronomen des fem. sing. obl. lautet etwas häufiger 15 her als in der älteren fassung ($ 238); in der 16 ei-reihe ist nördlicher ausgleich bereits nicht ganz selten, auch zahlreiche 17 schwache formen sind hier belegt ($ 250); in der 18 ě-reihe taucht zu gietan bereits das pt. pl. goten auf ($ 260); in der 19 zweiten pers. sg. prät. der starken verben ist fast überall die endung -est der schwachen konjugation durchgeführt (8 303).

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